Warum fliegt ein Flieger eigentlich?
Um das Ganze besser verstehen zu können, sollten zuerst einige Einschränkungen getroffen werden: Das Modellflugzeug bewegt sich mit gleichbleibender Geschwindigkeit ( v = konstant) in eine Richtung, dass heißt es sollen weder Kurven geflogen, noch Höhe auf- oder abgebaut werden. Man läßt auch sonstige wetterbedingte Einflüße außer acht. Also keine Thermik, kein Wind, kein Schnee, ....

Dann legt man die Bezugsebene auf die Tragfläche des Fliegers und überlegt nicht - wie bewegt sich der Flieger? - sondern betrachtet nur die Luft, die ihn umströmt.

Ein Modell kann im Flug dann so dargestellt werden
Der Auftrieb
Für den nötigen Auftrieb, um das Flugzeug in der Luft zu halten ist, sorgt die Tragfläche. Entscheidend ist die geometrische Form, die durch das Profil, also den Querschnitt der Tragfläche, gebildet wird. Hier gibt es eine riesige Bandbreite an unterschiedlichen Profilen, die in Bezug auf Dicke, Wölbung, Nasenradius... zum Teil stark variieren. Je nachdem, welchen Verwendungszweck (Transportmaschine, Düsenjet...) der Flieger haben soll, kommt das entsprechende Profil zum Einsatz.
Für die Erklärungen habe ich eines der einfachsten Profile gewählt (Clark Y). Dieses besitzt eine fast gerade Unterseite und wird oft in langsameren gutmütigeren Fliegern (Trainer) eingesetzt.
Wenn die Luftmassen jetzt auf die Nasenleiste treffen, dann werden diese so aufgeteilt , dass ein Teil über die Oberseite strömt (s1), der andere über die Unterseite (s2) der Tragfläche. Hinter der Tragfläche treffen sie wieder aufeinander und verbinden sich wieder.
Wie man in der Graphik sehr schön sieht, müssen die Luftmassen, die über Oberseite strömen, einen wesentlich größeren Weg zurücklegen, als die, die über die Unterseite strömen ( s1 > s2 ). Weil sie dahinter aber wieder aufeinander treffen müssen, müssen die Luftmassen auf der Oberseite schneller sein als die auf der Unterseite (sie haben ja ein größeren Weg zurückzulegen, müssen aber in der gleichen Zeit hinten ankommen und v = s/t ).
Das von Daniel Bernoulli (1700-1782: Schweizer Physiker) gefundene Gesetz besagt:

p1 * v1 * v1 = p2 * v2 * v2
(vereinfacht!)

v = Geschwindigkeit
p = Druck
t = Zeit

v1 = s1/t ist größer als v2 = s2/t ,da s1 > s2
Damit jetzt p1*v1*v1 auch genau so groß wie p2*v2*v2 ist, und das Bernoullische Gesetzt erfüllt ist, muss folglich p1 kleiner als p2 sein.
Das bedeutet, dass der Druck auf der Tragflächenobeseite größer ist, als der auf der Unterseite.

Praktisch ergibt sich daraus, dass (durch den Unterdruck auf der Flügeloberseite und Überdruck auf der Flügelunterseite) der Flügel regelrecht noch oben "gesaugt" wird. Das heißt wir haben einen Auftrieb

Und warum fliegt er jetzt?
Durch den so entstandenen Sog nach oben, wirkt auf die Tragfläche und somit auf den Flieger ein Kraft noch oben (hier als F bezeichnet). Gleichzeitig wirkt aber auch die Schwerkraft auf ihn: G = m * g (m = Masse, g = Ortskonstante) Diese ist immer zum Erdmittelpunkt hin gerichtet. Ist nun F größer als G (höhere Geschwindigkeit), dann steigt das Flugzeug. Ist F kleiner als G (Flieger fliegt langsamer), dann sinkt er.
Anmerkung:

Diese Erklärung ist so einfach wie möglich gehalten, und soll daher auch kein wissenschaftlicher Bericht sein. Vielmehr geht es darum, auch dem Nichtphysiker das Phänomän Fliegen etwas näher bringen.